Gemeindehaushalt 2010
Die Haushaltssatzung des Jahres 2010 wurde verabschiedet und dabei auch die Grund- und Gewerbesteuern erhöht. Die Grundsteuer steigt dieses Jahr um 20 %-Punkte auf 320 v.H.; die Gewerbesteuer um 30 %-Punkte auf 350 v.H. Nur durch die Steueranpassungen war eine Zuführung an den Vermögenshaushalt möglich. Mit diesen Mehreinnahmen von rd. 100.000 € können nun zumindest die laufenden Zinsverpflichtungen abgedeckt werden. Die zusätzlich notwendige Abdeckung der Tilgungsaufwendungen (weitere 235.000 €) war heuer aus Mitteln des Verwaltungshaushalts nicht möglich.
Dabei waren schon Maßnahmen berücksichtigt, welche Gemeinderat und Gemeindeverwaltung vorab schon als notwendig ansahen:
• Generelle Reduzierungen der Beschaffungen und Budgets zwischen 1/6 und 1/3 im Gesamtumfang von rd. 47.000 €.
• verwaltungsinterne Verbesserungsvorschläge bzw. Mittelbegrenzungen im Gesamtumfang von weiteren 12.000 €.
• Reduzierung von freiwilligen Leistungen um generell 10 v.H. im Umfang von rd. 10.500 €.
• Erhöhung der Schwimmbadgebühren; insbesondere der Jahresgebühren mit geschätzten Mehreinnahmen von rd. 5.000 €.
• Gebührenanpassung für die Mittagsbetreuung der Grundschulkinder in einem Gesamtumfang von rd. 10.000 €.
• Kürzung der Aufwendungen für den Waldwegebau „Liebesgrund-Schläge“ um 15.250 €.
• Kürzung des Feldwegeunterhalt um 30.000 € auf 10.000 €.
• Reduzierung der Investitionsmaßnahmen und Verschiebung vieler Bauvorhaben auf die nächsten Jahre.
• Anpassung der Friedhofsgebühren mit kalkulierten Mehreinnahmen von rd. 14.000 €.
• Anpassung der Gebühren für die Nutzung der Schulturnhalle im Umfang von rd. 2.000 €;ab 2011 rd. 4.000 €.
• Zurückstellung einer Defizitübernahme für die Kindergärten in einem Umfang von 20.000 €.
• Minderung der Leistungszulage beim Personal um 1% auf 2%, sowie Verschiebungen von Anpassungen bei den Bezügen; rd. 9.000 €.
• Kürzung der Sitzungsgelder des Gemeinderates um 10 % (rd. 1.500 €).
Das Volumen des Verwaltungshaushalts 2010 hat sich zum Vorjahr 2009 um 531.650 € auf 7.556.750 € (7,0 %) sehr stark vermindert. Vor allem der Rückgang der Einkommenssteuerbeteiligung um rd. 387.000 €, der Minderung der Schlüsselzuweisungen um rd. 587.500 € und die Erhöhung der Kreisumlage um weitere 473.600 € belasteten den Haushalt der Gemeinde Laufach in Jahre 2010 erheblich. Gegenüber dem Vorjahr fehlten somit fast 1,5 Mio. € an eigenen Mitteln um damit die investiven Maßnahmen des Vermögenshaushalts finanzieren zu können. Vor allem deshalb musste nach den erheblichen Investitionsprogrammen der Vorjahre das Gesamtvolumen heuer um 2/3 auf rd. 2 Mio.€ gekürzt werden.
Das Hauptaugenwerk liegt heuer bei der Fertigstellung der Ortskernsanierung in der Ortsmitte von Laufach, der Kinderkrippe im Liebesgrund sowie bei der energetischen Sanierung der Grundschule Laufach, welches in das Konjunkturprogramm des Bundes aufgenommen wurde. Außerdem soll gemeinsam mit dem Staatl. Bauamt die Querungshilfe am Ortseingang von Hain / Dr. Weber-Straße in Angriff genommen werden. Damit mit dem Bau von Versorgungsleitungen und Straßenaufbau in der Dr.-Fr.-Stein-Straße im nächsten Jahr begonnen werden kann, wurden Planungsansätze für Ing. Leistungen vorgesehen.
Trotz der äußerst schwierigen Verhältnisse wurde wieder größter Wert auf die Erhaltung der Leistungsfähigkeit gelegt und versucht die Nettokreditaufnahme in überschaubaren Grenzen zu halten. So verblieb es aufgrund der Verschiebungen zahlreicher Investitionen letztlich bei einem Kreditbedarf von 585.700 €. Unter Berücksichtigung einer Tilgungssumme von 235.000 € ergibt sich eine Nettokreditaufnahme von 350.700 €. Die Pro-Kopf Verschuldung steigt somit um 67 € auf rd. 600 € / Einwohner an.
Wofür die Bürger eigentlich zahlen und wie viel Steuergelder für einzelne Bereiche benötigt werden zeigen einige repräsentative Zahlen. Spitzenreiter ist natürlich der Schulaufwand mit einer Umlage von 487.000 €. Darin enthalten sind auch die Aufwendungen für die Mittagsbetreuung an der Grundschule, die Mittagsverpflegung und die Ganztagsschule für die Hauptschüler. Die beiden örtlichen Kindergärten, aber auch außerörtliche Einrichtungen und Krippeneinrichtungen folgen mit weiteren Aufwendungen von rd. 321.200 €. Auch die geringfügigen Gebührenanpassungen verringerten die Unterdeckungen beim Hallenbad nur geringfügig. Aufgrund des hohen Unterhaltungsaufwandes liegt der Zuschussbedarf für das Hallenbad nach wie vor bei rd. 216.200 €. Für den Unterhalt der Gehsteige und Ortsstraßen mit Winterdienst ergeben sich Aufwendungen von 161.900 €. Mit 118.700 € schlagen sich die gesamten Aufwendungen für die Ortsverschönerung nieder. Im Bestattungs- und Friedhofswesen ergeben sich trotz der Gebührenanpassungen immer noch Unterdeckungen von 51.700 €. Der Unterhalt der Feldwege wurde um 30.000 € gekürzt. Trotzdem erfordern die Mäh – und Mulcharbeiten, das Ausbessern der Schlaglöcher oder die Säuberung der Gräben und Böschungen noch Aufwendungen von rd. 64.000 €. Für den Brandschutz wie auch die techn. Hilfeleistung der Feuerwehr ergibt sich ein bereinigter Aufwand von 64.500 €. Die Zuschüsse im Jugendbereich mit Windelcontainerentsorgung sowie Unterhalt der Spiel- und Bolzplätze liegen bei 84.100 €., die Straßenbeleuchtung immerhin bei 78.100 € und der Gewässerunterhalt bei 43.900 €. Geringere Aufwendungen, aber ebenso wichtig ist der Betrieb der kommunalen Musik- und Volkshochschule, die Förderung der kommunalen Partnerschaft, der Pfarrbücherei, der Sozialstation und der Ortsvereine, um nur einige zu nennen.
Weber, 1. Bürgermeister
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